Die neuen Regelungen für die Gottesdienste


Liebe Gläubige!
Seit 7.2.2021 gelten neue Regeln die den Besuch der Hl.Messe wieder erlauben. Jedoch nur unter Einhaltung bestimmter Regeln! Vorgeschrieben ist ein Abstand zu anderen Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, von mindestens 2 Metern. Der in dieser Rahmenordnung festgelegte Mindestabstand darf unterschritten werden, wenn dies die Vornahme religiöser Handlungen erfordert – dabei muss jedoch eine FFP2-Maske getragen werden. − Die FFP2-Maske ist während des gesamten Gottesdienstes verpflichtend. Ausgenommen sind Kinder unter 6 Jahren und Personen und Personen mit einer ärztlicher Bestätigung, dass sie diese aus gesundheitlichen Gründen nicht tragen können.
Taufen können nur im kleinsten Kreis stattfinden.
Trauungen sind auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.
Feier der Sakramente der Versöhnung, Krankenkommunion, und Krankensalbung ist möglich (unter Einhaltung strenger Hygieneregeln)

Zur Feier des Begräbnisses sind bis zu 50 Personen zugelassen.
Kirchen und Kapellen bleiben für das persönliche Gebet offen.
Gemeinsam schaffen wir das! Bleiben Sie gesund!

Wir sind telefonisch für Sie erreichbar.
In dringenden Fällen kontaktieren Sie 0676/8730 7514 (Pfarrer Krzysztof Kaminski) oder 0664/400 55 94 (Josef Anzelini – Mesner)
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Gottesdienst-Übertragungen in TV und Radio


Hier finden Sie eine Übersicht über Gottesdienstübertragungen in TV, Radio und Internet.

Fernsehgottesdienste:
• Sonntag, 10 Uhr, ORF III
• Sonntag, 9.30 Uhr, ZDF
• Sonntag, 9 Uhr, ServusTV

Radiogottesdienste:
• Sonntag, 10 Uhr, ORF (Ö2): Sonntagsmesse in den Regionalradios des ORF
• Mo-Sa, 12 Uhr, So 10.15 Uhr: Radio Klassik Stephansdom
• Mo-Fr, 7 Uhr und 8 Uhr, So 10 Uhr: Radio Maria
• Mo-Sa, 9 Uhr: Radio Horeb
• Mo-So, 7 Uhr: vaticannews.va – Messe mit Papst Franziskus (Italienisch mit deutscher Übersetzung)


Euer Mesner,
Josef

Anbei noch ein Gebet in der derzeitigen Krise:

Kraft fürs Leben


Du Gott des Friedens,
unfassbare Ereignisse erschüttern unsere Zeit.
Überall Ohnmacht und Nervosität, Unsicherheit und Empörung.
Die täglichen Corona-Meldungen belasten und ermüden.
Erklärungen und Debatten greifen zu kurz, sind oft trostlos und banal.
Und dazu noch sinnlose Gewalt, Terror und Angst.
Du Gott der Nähe,
hilf uns, auf Deine leise Gegenwart zu achten und
unsere Dörfer und Städte als Orte lebendiger Begegnung zu bewahren.
Schau auf unsere Kinder und ihre Lebensfreude.
Hilf uns, fest zu stehen in der Hoffnung und im Glauben an die Zukunft.
Schütze alle Frauen und Männer, die vielfach belastet sind,
Verantwortung tragen und ihr Bestes geben.
Du Gott des Lebens,
wir bitten für alle, die sich von Neid und Aggression blenden lassen.
Schenk Versöhnung allen, die verbittert oder gleichgültig sind.
Mit Deiner heilsamen Nähe stärke alle Kranken und Leidenden.
Hilf uns zu lernen, mit Respekt und Dankbarkeit
dem Leben in seiner Vielfalt zu begegnen
und den Bedürftigen beizustehen.
Du Gott der Liebe,
schenke uns Ausdauer im Guten, Trost in der Bedrängnis
und Geduld in den Herausforderungen dieser schwierigen Tage.
Hilf uns, Dich in allem zu suchen, zu finden und zu lieben.
Du unsere Zuversicht und Quelle unserer Freude,
wir vertrauen auf Dich und auf die Kraft Deiner Liebe.
Amen.

Gebet von Bischof Hermann Glettler und Martin Riederer OPraem zur Corona-Krise. Bischof Glettler hat eingeladen in der Pfarrgemeinde sowie im persönlichen Gebet um Gottes Geist und Beistand zu bitten.





Petrus Canisius und Innsbruck


Petrus Canisius (1521—1597)



ist der erste und bedeutendste deutsche Jesuit, eigentlich Niederländer, aber damals waren die Grenzen nicht so klar gezogen. Er gehörte dann auch zur Oberdeutschen Provinz, die bis in die Schweiz und nach Tirol hereinreichte: Geboren also am 8. Mai 1521 in Nijmegen, wuchs er in den Jahren auf, als sich der Protestantismus in Norddeutschland ausbreitete. Er studierte zwischen 1536 und 1546 in Köln; 1543 schloss er sich dem Jesuitenorden an. Durch die Kartäuser in Köln war er auch mit den deutschen Mystikern in Berührung gekommen, deren Einfluss in seinem Leben wirksam blieb. 1549 ließ Ignatius ihn als achten Jesuiten zur feierlichen Profess zu. Die nächsten dreißig Jahre sind der Wiedergewinnung Deutschlands für den katholischen Glauben geweiht. Er arbeitete in Ingolstadt, Wien, Prag, Augsburg, Innsbruck und München. 1556—1569 war er der erste Provinzobere („Provinzial") der oberdeutschen Ordensprovinz. Er nahm an Reichstagen und Religionsgesprächen teil. Er war Berater von Päpsten, Bischöfen und Fürsten.

Petrus Canisius und Innsbruck



Man muss mit Messina beginnen. Im Jahr 1548 sandte Ignatius auf Anregung und Bitten des Stadtrats von Messina eine Gruppe von 10 Jesuiten dorthin, um einen „Schulversuch" zu machen: Das erste Kolleg wurde gegründet. Man wollte ausprobieren, wie das wäre: Die Jugend in der Schule zu erziehen, etwa nach der Methode, die die ersten Jesuiten selber an der Sorbonne in Paris kennengelernt hatten. Soviele hatte Ignatius noch nie auf einmal ausgesandt: 10 gute Leute, vier Patres und 6 Scholastiker. Canisius war darunter. Der Versuch war ein unglaublicher Erfolg. Nur einige Monate später kam eine weitere Anfrage aus Palermo, dann Gandia in Spanien.
Bereits am 11. Dezember 1550 schrieb Kaiser Ferdinand I. an Ignatius von Loyola nach Rom, dass er beabsichtige, in Wien möglichst bald ein Kolleg zu gründen. Dazu bitte er um die Entsendung von Claude Jay, den er 1545 auf dem Augsburger Reichstag predigen hörte und von dem er tief beeindruckt war, und von einigen anderen Jesuiten. Ignatius stimmte sofort zu. Wien wurde 1551 als erstes Kolleg auf deutschsprachigem Boden gegründet. Petrus Canisius stieß dann bereits 1552 dazu, München kam 1559 an die Reihe, Innsbruck 1562. Auch die Gründung dieser Schule erfolgte auf Wunsch Kaiser Ferdinands I. Als Provinzial des Ordens leitete nun Petrus Canisius die entsprechenden Verhandlungen, die 1561 zur Übergabe einer ersten Wohnstätte im „Kaiserspital" in der Angerzellgasse (einer Stiftung für alte, bedürftige Menschen in der heutigen Universitätsstraße) samt anschließender Salvatorkapelle führten. Mit 71 Schülern begann man. Von 1571 bis 1577 wirkte dann Canisius selber in Innsbruck, vor allem auch als Prediger.
Die Kollegien entstanden übrigens so schnell hintereinander, und die Begeisterung der Jesuiten selber für diese Tätigkeit war so groß, („man glaubte an die Erziehung"): dass man die erste Geschichte der Jesuiten auch schon einteilte: Vor Messina normale Seelsorgsarbeit + Exerzitien und nach Messina: Schule, Schule, Schule. Jesuiten als Schulorden: in der Blütezeit 800 Kollegien, die alle nach demselben Lehrplan unterrichteten! In der Anfangszeit taucht im ganzen oberdeutschen Sprachgebiet immer wieder der Name Petrus Canisius auf. Er war Lehrer, Prediger, Organisator, Katechet, Schriftsteller - nicht zu vergessen: Heiliger.
Wichtig sind seine drei Katechismen: der Große Katechismus, für Geistliche und gebildete Laien (1555); der Kleine Katechismus, mit 59 Fragen und kurzen Gebeten „für die Einfältigen"; die weiteste fand der für die Lateinschulen bestimmte Mittlere Katechismus. Canisius schrieb auch ein „Manuale für Katholiken", von dem Historiker Jedin als der „Sonntags-Schott der deutschen Katholiken des 16. und 17. Jahrhunderts" bezeichnet. 1580 wurde Canisius nach Freiburg in die Schweiz geschickt; dort starb er am 21. Dezember 1597.
Die Heiligsprechung von Petrus Canisius erfolgte 1925. Bei der Gründung der Diözese Innsbruck 1964 wurde er zum Diözesanpatron erwählt. Sein Fest wird am 27. April gefeiert.

Ein Wanderer zwischen den Welten


Petrus-Canisius-Biografie von Mathias Moosbrugger ist erschienen.



Am 8. Mai 2021 ist der 500. Geburtstag von Petrus Canisius. Zu diesem Anlass erscheint im Tyrolia-Verlag eine Biografie des Innsbrucker Diözesanpatrons. Der Historiker und Theologe Mathias Moosbrugger will damit einem breiten Publikum den ersten deutschen Jesuiten im Licht und Schatten seiner Leistungen und auch seiner Verfehlungen nahe bringen: „Petrus Canisius ist eine Gestalt, die nicht nur historisch unglaublich spannend ist, eine echte Schlüsselfigur des Reformationsjahrhunderts aus katholischer Perspektive. Sie hat auch Potenziale für gegenwärtige Fragen nach dem Christsein, weil sie zeigt, dass Heiligkeit nicht moralische Perfektion bedeutet, sondern den Mut, sich darauf einzulassen, mitten in den Abgründen der Welt das Evangelium zu bezeugen. Auch wenn man dabei immer ein Kind seiner unvollkommenen Zeit bleibt!“
Das biographische Porträt „Petrus Canisius – Wanderer zwischen den Welten“ beleuchtet die streitbare Beschäftigung von Petrus Canisius mit den Kirchenvätern und seine Rolle als Autor des ersten katholischen Katechismus, des erfolgreichsten Religionsbuches aller Zeiten. Es thematisiert aber auch seine Fehler – beispielsweise im Bereich der Hexenverfolgungen. Mathias Moosbrugger erschließt damit – basierend auf neuesten Forschungen– einem breiten Publikum die Persönlichkeit von Petrus Canisius statt allein sein Leben nachzuerzählen.
Vielschichtiger Protagonist der katholischen Reform
Petrus Canisius (1521–1597) oder Peter de Hondt (lat. canis) ist eine Schlüsselfigur des 16. Jahrhunderts. In ihm verkörperte sich das Ringen der katholischen Kirche, sich angesichts der Reformation neu zu erfinden. Beweglichkeit und überschäumender Tatendrang kennzeichnete den ersten „deutschen“ Jesuiten, er gründete Kollegien und Schulen, Köln, Mainz, Ingolstadt und Augsburg, das Konzil von Trient, Wien und Prag, Innsbruck und Freiburg (CH) sind nur einige seiner Stationen. Er wurde 1864 selig- und 1925 von Pius XI. heiliggesprochen, der ihn auch zum Kirchenlehrer ernannte.

Über den Autor:


Mathias Moosbrugger ist 1982 in Au im Bregenzerwald (Vorarlberg) geboren. Er studierte Geschichte und Theologie in Innsbruck und promovierte in beiden Fächern unter den Auspizien des Bundespräsidenten (Geschichte 2009, Theologie 2014). Seit November 2017 ist er Universitätsassistent am Institut für Bibelwissenschaften und Historische Theologie der Universität Innsbruck.






HL. PETRUS CANISIUS SJ


Katholischer Reformer des 16. Jahrhunderts



Peter Kanis, der sich später Canisius nannte, wurde am 8. Mai 1521 in Nimwegen geboren. Sein Vater Jakob hatte in Jura promoviert und am Hof des Herzogs von Lothringen als Erzieher gewirkt. Er kehrte nach Nimwegen zurück und wurde dort neunmal zum Bürgermeister gewählt. Jakob Kanis heiratete 1519 die Apothekerstochter Ägidia von Houweningen, die ihm sieben Kinder schenkte, von denen nur Peter sowie seine Schwestern Philippa und Wendel am Leben blieben. Nach dem Tod seiner Frau vermählte sich Jakob Kanis mit Wendel van den Bergh, die sich liebevoll der Kinder aus erster Ehe annahm.
Peter besuchte die Lateinschule in Nimwegen und wurde bei den Brüdern vom gemeinsamen Leben im Geist der Devotio moderna erzogen. Ende 1535 ging er nach Köln, wo er am 18. Januar 1536 an der Universität immatrikuliert wurde und an der Montaner Burse studierte. Nachdem er 1539 mit dem Lizentiat das Grundstudium abgeschlossen hatte, drängte ihn sein Vater, in Löwen Kirchenrecht zu studieren, um eine kirchliche Karriere zu machen. Rasch verwarf der junge Kanis diese Pläne und begann statt dessen in Köln mit dem Theologiestudium, um Priester zu werden. Von den Jesuiten, die Papst Paul III. 1540 als Orden bestätigt hatte, hörte Kanis erstmals 1542. Anfang April 1543 reiste er nach Mainz, um Peter Faber, einen Mitbegründer der Gesellschaft Jesu, zu besuchen. Kanis war von Faber so beeindruckt, dass er bei ihm Exerzitien machte und am 8. Mai 1543 in den Orden eintrat. Danach kehrte er nach Köln zurück und warb Interessenten für den Jesuitenorden, so dass im Mai 1544 die erste deutsche Niederlassung der Gesellschaft Jesu gegründet werden konnte. Seinen ersten kirchenpolitischen Auftrag erhielt Kanis 1545. Als Vertreter der Kölner Geistlichkeit besuchte er Kaiser Karl V. auf dem Reichstag in Worms, um ihn zur Absetzung des Erzbischofs Hermann von Wied zu bewegen, der zum Protestantismus neigte. Beim Besuch des Kaisers in Köln verhandelte Kanis erneut mit Karl V. und legte ihm diese Angelegenheit gegen Ende des Jahres in Antwerpen nochmals vor.
Durch seine Besuche beim Fürstbischof von Lüttich und beim Kaiser erreichte Kanis schließlich, dass Hermann von Wied 1546 exkommuniziert, als Erzbischof abgesetzt und 1547 zum Rücktritt gezwungen wurde. Neben seinen Bemühungen um den Erhalt des Kölner Katholizismus hielt Kanis Vorlesungen und predigte an Sonn- und Feiertagen. Im Juni 1546 wurde er zum Priester geweiht und veröffentlichte im selben Jahr Werke Cyrills von Alexandrien und Leos des Großen. Beim Besuch des Kaisers in Geislingen traf er Anfang 1547 den Bischof von Augsburg, Kardinal Otto Truchseß von Waldburg, der ihn als Theologen zum Konzil nach Trient entsandte. Um diese Zeit begann Kanis, die latinisierte Form seines Namens zu verwenden und sich Petrus Canisius zu nennen.

Messina und Ingolstadt



Auf dem Konzil sprach Canisius vor der Theologenversammlung über die Beichte und das Sakrament der Ehe. Anfang September 1547 holte ihn Ignatius von Loyola nach Rom, um ihn mit der Lebensweise und Spiritualität der Jesuiten vertraut zu machen. Unter der Leitung des Ordensgründers machte Canisius nochmals Exerzitien, verrichtete Hausarbeiten, pflegte Kranke und bettelte um Almosen. Mitte März 1548 reiste er mit einer Gruppe von Jesuiten nach Sizilien, um in Messina ein Kolleg zu gründen. Canisius arbeitete dort als Lehrer der Rhetorik, Studienpräfekt und Seelsorger. Nach Rom zurückgekehrt legte er am 4. September 1549 die Professgelübde ab. Zusammen mit Alfons Salmeron und Claudius Le Jay sandte ihn Ignatius nach Ingolstadt, wo sie der Bayernherzog Wilhelm IV. als Theologieprofessoren dringend benötigte. Ihre Antrittsvorlesungen hielten die Jesuiten im November 1549 vor einem großen Auditorium. Zu ihren Lehrveranstaltungen kamen jedoch kaum mehr als ein Dutzend Studenten, deren Allgemeinbildung zudem sehr gering war. Um dem abzuhelfen, drängten die Jesuiten Herzog Wilhelm IV., das versprochene Kolleg zu errichten.
Im Oktober 1550 wurde Canisius zum Rektor der Universität gewählt, obwohl die Statuten die Wahl eines Ordensmannes für dieses Amt ausdrücklich untersagten. Wegen seiner guten Amtsführung wurde Canisius Herzog Albrecht V. als Vizekanzler der Universität vorgeschlagen, der die Aufgaben des Kanzlers, des Bischofs von Eichstätt, wahrzunehmen hatte.
Ende Februar 1552 verließ Canisius mit den übrigen Jesuiten Ingolstadt, weil die bayerische Regierung kein Jesuitenkolleg gründen wollte. Er reiste nach Wien, wo er als Studienpräfekt der jungen Jesuiten, Hofprediger und Theologieprofessor an der Universität wirkte. Auf Wunsch König Ferdinands I. begann Canisius, einen Katechismus für Abschlußklassen von Gymnasien und Studenten zu schreiben, den er 1555 veröffentlichte. Diesem großen Katechismus folgte im nächsten Jahr ein kleiner, der für das einfache Volk und den Religionsunterricht von Kindern bestimmt war. An Lateinschulen sollte der mittlere Katechismus benutzt werden, der 1558 in Köln erschien. In allen dreien behandelt Canisius die katholische Glaubenslehre in Form knapper Fragen und kurzer Antworten. Damit hatte er ein Lehrbuch geschaffen, das jahrhundertelang im katholischen Religionsunterricht verwendet wurde. Weil für den verstorbenen Wiener Bischof Christoph Wertwein kein Nachfolger gefunden werden konnte, sollte Canisius Anfang 1554 dieses Amt übernehmen. Ignatius von Loyola verhinderte jedoch seine Ernennung und erreichte, dass Papst Julius III. Canisius nur für ein einziges Jahr zum Apostolischen Administrator des Wiener Bistums bestellte.
Im Juni 1555 wurde Canisius von der Ordensleitung beauftragt, in Prag ein Jesuitenkolleg zu gründen. Weil er die Jesuiten als Theologieprofessoren in Ingolstadt dringend benötigte, war inzwischen auch Herzog Albrecht V. bereit, ein Kolleg zu errichten. Ende November begann deshalb Canisius mit den herzoglichen Räten darüber einen Vertrag auszuhandeln, der Anfang Dezember unterzeichnet wurde. Danach kehrte er nach Prag zurück, um die Ankunft der Jesuiten vorzubereiten, die am 8. Juli 1556 das neue Kolleg eröffneten.
Provinzial und kirchenpolitischer Berater
Wenige Tage später erhielt Canisius sein Ernennungsschreiben zum Provinzial der süddeutschen Jesuiten, das Ignatius am 7. Juni 1556 unterzeichnet hatte. Zur neu errichteten Ordensprovinz, die sich vom Elsass über Süddeutschland und Österreich bis nach Böhmen und Polen erstreckte, gehörten drei Niederlassungen, in denen keine hundert Jesuiten lebten. Als Vorgesetzter war Canisius für sie und ihre Tätigkeit verantwortlich, hatte für den Erhalt und den Ausbau er Kollegien in Wien, Prag und Ingolstadt zu sorgen und weitere Niederlassungen zu gründen. Neben schwierigen Verhandlungen mit den Stiftern über die Finanzierung dieser Einrichtungen musste Canisius die Ordensleitung in Rom ständig um Entsendung weiterer Jesuiten bitten, die er als Lehrer und Erzieher dringend benötigte. Da Canisius den Protestantismus und die Verhältnisse in Deutschland kannte, war er als theologischer Berater König Ferdinands I. 1556 auf dem Reichstag in Regensburg und beteiligte sich im Herbst 1557 am Religionsgespräch in Worms. Nach seiner Rückkehr vom polnischen Landtag in Pjotrkow, bei dem er den päpstlichen Nuntius beraten hatte, setzte sich Canisius 1559 auf dem Reichstag in Augsburg besonders für das Festhalten am Geistlichen Vorbehalt ein, der seit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 bestimmte, dass in reichsunmittelbaren geistlichen Territorien der Regent beim Übertritt zum Protestantismus die Regierung niederzulegen hatte und ein katholischer Nachfolger gewählt wurde. Weil seine Predigten, die er während des Reichstags hielt, großen Anklang fanden, wurde Canisius im Juni 1559 zum Domprediger von Augsburg berufen. Dort blieb er sechs Jahre.
Vom 14. Mai bis 20. Juni 1562 weilte Canisius wieder auf dem Konzil von Trient, wo er eine Milderung der strengen Bücherverbote erreichen konnte. Vor der Theologenversammlung sprach er über die Kelchkommunion, die katholischen Laien, die unter Andersgläubigen lebten, nicht verweigert werden solle, falls es kein andere Möglichkeit gäbe, sie in der Kirche zu halten. Anfang Februar 1563 wurde Canisius in die kaiserliche Reformkommission nach Innsbruck berufen, die bis Juli die Differenzen zwischen Ferdinand I. und dem Konzilslegaten Giovanni Morone beilegen und damit die Voraussetzung für den Abschluss des Konzils schaffen konnte, das am 4. Dezember 1563 zu Ende ging.
Im November 1565 wurde Canisius beauftragt, den deutschen Bischöfen die Beschlüsse des Konzils zu überbringen. Deshalb ernannte ihn der Ordensgeneral Franz Borgia zum Visitator der deutschen Jesuitenprovinzen. Auf dem Reichstag in Augsburg, an dem Canisius als Berater des päpstlichen Legaten Commendone teilnahm, wurden im folgenden Jahr die Konzilsdekrete von den katholischen Ständen angenommen und der Religionsfriede von 1555 endgültig ratifiziert.
Kontroverstheologe und Zinsgegner
Unter der Leitung von Flacius Illyricus erschien seit 1559 eine von Magdeburger Lutheranern verfasste Kirchengeschichte, die nachzuweisen versuchte, dass die katholische Kirche mit der apostolischen Überlieferung gebrochen habe, während die Protestanten daran festhielten und deshalb der Botschaft Jesu treu geblieben seien. Weil das mehrbändige Werk von der Geburt Christi jedes Jahrhundert der Kirchengeschichte für sich behandelte, wurde es kurz “Magdeburger Zenturien” genannt. Ende Mai 1567 wurde Canisius von Papst Pius V. beauftragt, darauf eine Erwiderung zu schreiben. Obwohl Canisius neben der Bibel, den Kirchvätern und der katholischen Lehre auch die Werke protestantischer Theologen kannte, war er dieser Aufgabe nicht gewachsen, weil es ihm nicht lag, historische Quellen auf ihren Wert zu prüfen. Als Entgegnung auf die Magdeburger Zenturien verfaßte er deshalb keine Kirchengeschichte, sondern zwei Bücher über Johannes den Täufer und Maria, in denen er mit großer Belesenheit und einer Fülle von Belegen die Lehre der katholischen Kirche über Gnade und Rechtfertigung sowie über die Gottesmutter begründet. Weil Canisius mit pedantischer Genauigkeit auf möglichste Vollständigkeit achtete und seine Mitarbeiter durch ständige Korrekturen verärgerte, bemühte sich sein Provinzial Hoffaeus und die Ordensleitung in Rom, den Papst zur Rücknahme seines Auftrags zu bewegen. Anfang 1578 befreite schließlich Gregor XIII. Canisius von dieser mühsamen Arbeit.
Neben Differenzen wegen seiner schriftstellerischen Tätigkeit hatte Canisius Meinungsverschiedenheiten mit Provinzial Hoffaeus bei der moraltheologischen Frage, ob es erlaubt sei, für ein Darlehen Zinsen zu verlangen. Während Hoffaeus und jüngere Jesuitentheologen die Zinsnahme gestatteten, lehnte dies Canisius als Wucher entschieden ab. Weil dieser Streit dem Ansehen der Jesuiten schadete, beauftragte Hoffaeus als Provinzial Canisius im November 1580 mit der Gründung des Jesuitenkollegs in Freiburg in der Schweiz. Er versetzte ihn so an den entlegensten Punkt der Provinz, um dadurch die Situation zu beruhigen.
Am 21. November 1580 reiste Canisius über Konstanz nach Luzern, wo er den päpstlichen Nuntius Giovanni Bonhomini traf, der sich für die Gründung des Kollegs eingesetzt hatte und deshalb in Begleitung der Jesuiten nach Freiburg kommen wollte. Nachdem Canisius die Vorbereitungen zur Kollegsgründung getroffen hatte, übergab er die Leitung der Schule Peter Michel und widmete sich nun ganz der Seelsorge und seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Ein schwerer Schlaganfall zwang ihn 1591, seine Arbeiten einzuschränken. Dennoch hielt er am 5. August 1596 bei der Eröffnung des Kollegs die Festansprache.
Am 21. Dezember 1597 starb Petrus Canisius, der sich unermüdlich für die katholische Kirche eingesetzt hatte, um ihren Fortbestand zu sichern und ihre Lehre zu verbreiten. Obwohl ihn deshalb viele nur als kämpferischen Gegenreformator sehen, verzichtete Canisius, im Gegensatz zu vielen Theologen seiner Zeit, bewusst auf gehässige Polemik und bemühte sich, durch Katechese, Predigt und Erziehung die Kirche zu reformieren und die Glaubensspaltung zu überwinden. Obwohl seine Verehrung bald nach dem Tode einsetzte, wurde Canisius erst 1864 von Pius IX. seliggesprochen. Leo XIII. bezeichnete ihn 1897 in seiner Enzyklika zum 300. Todestag als „zweiten Apostel Deutschlands“. Am 21. Mai 1925 wurde Canisius von Pius XI. heiliggesprochen und zum Kirchenlehrer erhoben.
Sein Gedenktag wird am 27. April gefeiert.
Julius Oswald SJh

UNSER PFARRER
MAG. KRZYSZTOF KAMINSKI


Ich möchte mich bei Euch allen kurz vorstellen. Ich bin am 26. August 1965 in Kolno / Masuren (Polen) geboren und habe vier Geschwister, nämlich zwei Schwestern und zwei Brüder. Mein Vater ist bereits verstorben, aber meine Mutter lebt noch immer in Kolno. Ich bin gelernter Fleischhauer und arbeitete eine lange Zeit in einer Metzgerei. Außerdem war ich zwei Jahre lang Koch im Militärdienst, Theologe, Pfarrer und auch als Klinik- und Gefängnisseelsorger tätig.


MEHR ÜBER MICH

SIE BENÖTIGEN HILFE?

In unserer Rubrik HILFE finden Sie alle wichtigen Informationen von der Taufen bis zum Todesfall.